
(Quelle: Climate Service Center Germany (GERICS) aus HYRAS. Blaue Linien: besonders kalte Jahre. Rote Linien: besonders warme Jahre
Die Mittlere Jahrestemperatur in Lübbenau/Spreewald beträgt 9,8 °C und der mittlere Jahresniederschlag liegt zwischen 500 und 600 mm (Referenzperiode 1991-2020, Daten des DWD). Während in der Jahresmitteltemperatur bereits ein deutlicher Anstieg beobachtbar ist (Abbildung 1), kann für die Niederschläge noch keine Aussage getroffen werden (Abbildung 2).

(Quelle: Climate Service Center Germany (GERICS) aus HYRAS. Blaue Linien: besonders nasse Jahre. Rote Linien: besonders trockene Jahre
Der Klimawandel lässt sich gut anhand sogenannter Kenntage* beschreiben: Die Zahl der Sommertage (über 25 °C Höchsttemperatur) und Hitzetage (über 30 °C Höchsttemperatur) nimmt dabei in Zukunft zu. Wie viel genau, hängt davon ab, ob die Klimaziele eingehalten werden. In einem Zukunftsszenario mit wenig Klimaschutz fallen diese Veränderungen höher als in einem Szenario, in dem die Treibhausgasemissionen stark gesenkt werden können. Im Extremfall könnte es dabei bis Ende des Jahrhunderts etwa doppelt so viele Hitzetage in Lübbenau/Spreewald geben wie bisher (Abbildung 3). Hitzeperioden würden sich auch in Ihrer Maximaldauer verlängern. Während bisher eine Hitzeperiode maximal 3 bis 4 Tage anhielt, könnten die künftigen Hitzeperioden bis zu 6 oder 7 Tage dauern. Dafür könnten die Eistage (Tagesmaximum unter 0°C) ganz verschwinden und die Frosttage (Tagesminimum unter 0°C) von ca. 82 auf etwa 24 zurückgehen. Die bereits beobachtete Verlängerung der Vegetationsperiode würde sich damit fortsetzen. Selbst wenn die bisher ergriffenen Klimaschutzmaßnahmen in etwa so weitergeführt werden, ist der Klimawandel nicht mehr vollständig ausbremsbar und die Effekte weiterhin messbar (Abbildung 4).
*Ein „Klimatologischer Kenntag“ ist ein Tag, an dem ein definierter Schwellenwert eines klimatischen Parameters erreicht beziehungsweise über- oder unterschritten wird


Unklar ist für unsere Region bisher, ob sich die Zahl der Starkregenereignisse und deren Intensität ändern werden. Bislang zeigen die Modelle dafür zwar kleine, jedoch nicht signifikante Trends hin zu häufigeren und stärkeren Ereignissen. Das Auftreten solcher Extremwetter hängt von vielen Faktoren ab und auch die Auswirkungen sind ganz verschieden, je nachdem ob ein Starkregen kurz nach einer langen Dürreperiode, mitten im Winter oder dann fällt, wenn die Böden gerade schon mit Wasser gesättigt sind. Da in anderen Regionen Deutschlands jedoch eindeutige Trends vorhergesagt werden, sollten wir uns auch hier auf eine Zunahme solcher Unwetter einstellen.




Die nächstgelegene Wetterstation mit einer hinreichend langen Messreihe ist die DWD-Station Cottbus. In den oben gezeigten Diagrammen ist die Entwicklung der Kenntage während des gesamten Messzeitraums seit 1888 zu sehen. Der eingezeichnete lineare Trend zeigt, dass eine Abnahme an Eis-und Frosttagen und eine Zunahme an Hitze-und Sommertagen messbar ist. Dabei hat die Zahl der Sommertage im Vergleich einer Periode von 1961-1990 und einer Periode von 1991-2020 bereits um 11 Tage zugenommen. Im gleichen Zeitraum hat die Zahl der Hitzetage um 6 zugenommen. Die Zahl der Frosttage sank leicht um 3 und die Zahl der Eistage um 6.