WARUM Klimaanpassung … und was ist das eigentlich?
Klimaanpassung ist von Klimaschutz abzugrenzen, auch wenn es viele Synergien gibt. Klimaanpassung oder Klimafolgenanpassung bedeutet, mit den Folgen des nicht mehr abwendbaren Klimawandels so umzugehen, dass möglichst wenig Beeinträchtigungen entstehen. Während beim Klimaschutz das Ziel darin liegt, den Klimawandel durch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zu begrenzen oder sogar wieder CO2 zu binden. Somit gibt es zwar viele Dinge, die beides unterstützen (wie das Pflanzen hitze- und trockenresistenter Bäume, die CO2 aus der Atmosphäre binden und dabei die Umgebung kühlen sowie Schatten spenden). Aber es gibt auch Klimaschutzmaßnahmen, die der Klimaanpassung entgegenstehen, zum Beispiel der Nutzungskonflikt zwischen Solaranlagen und Grünflächen. Daher müssen die jeweiligen Maßnahmen immer so entwickelt werden, dass möglichst an beides gedacht ist und sogar Synergien entstehen. Denn am besten für unsere Zukunft ist beides: Klima schützen und Klimafolgen abmildern. Klimaanpassung bedeutet also, sein Handeln und seine Umgebung „fit“ für heißere und trockene Sommer und Extremwetterereignisse zu machen.
WAS ist ein Klimaanpassungskonzept?
Extremwetterereignisse wie Starkregen und Hochwasser, aber auch langanhaltende Dürre-und Hitzeperioden stellen die Kommunen als messbare Folgewirkungen des Klimawandels vor immer größere Herausforderungen. Da Maßnahmen zur Klimaanpassung in erster Linie vor Ort, also in unseren Kommunen umzusetzen sind, müssen diese strukturiert vorgehen, um mit den eingesetzten (finanziellen) Mitteln eine möglichst große Wirkung zu erzielen. Deswegen erstellen mittlerweile immer mehr große und kleinere Städte Klimaanpassungskonzepte, in denen die Schwerpunkte der jeweiligen Kommune definiert und die umzusetzenden Maßnahmen festgelegt werden. Somit hat die Verwaltung, aber auch andere beteiligte Akteure einen Fahrplan für die nächsten ca. zehn Jahre der Stadtentwicklung.
WIE wird ein Klimaanpassungskonzept erstellt?
Die Verwaltung einer Kommune oder eines Landkreises wählen einen Verantwortlichen für die Erstellung des Konzepts aus. In Lübbenau/Spreewald wurde mithilfe von Fördermitteln die Personalstelle eines sogenannten Klimaanpassungsmanagers geschaffen, der alle Bemühungen rund um die Klimaanpassungen bündelt und organisiert. Zunächst wird eine Stadtklimaanalyse in Auftrag gegeben, die mithilfe von Klimaprognosen und Informationen über unsere Stadt wissenschaftlich ermittelt, wo Schwerpunkte („Hotspots“) von Hitze, Trockenheit und Gefahren durch Starkregen drohen könnten. Außerdem werden die Bürger und Fachmenschen Lübbenau/Spreewald im Rahmen eines Beteiligungsprozesses befragt, wo sie Probleme sehen und welche Ideen sie zur Bewältigung haben. Die Ideen werden gesammelt und zu ganz konkreten Maßnahmen ausformuliert, die im Konzept erscheinen. Zusammen mit einer schlüssigen Gesamtstrategie, die vom obersten Entscheidungsgremium der Stadt mitgetragen wird, landen dann die Maßnahmen und räumlichen Schwerpunkte im Konzept-Papier. Wenn das Konzept umgesetzt wird, kann das Klimaanpassungsmanagement anhand der priorisierten Maßnahmen dann die ersten Projekte initiieren.
Links und weiterführende Informationen
Hier finden Sie weitere Infos rund um das Thema Klimaanpassung und die geltenden Richtlinien für Klimaanpassungskonzepte:
Das Klimaanpassungsgesetz (KAnG) des Bundes ist seit dem 1. Juli 2024 in Kraft: https://www.bmuv.de/themen/klimaanpassung/das-klimaanpassungsgesetz-kang
Klimaanpassungsstrategie des Landes Brandenburg (2023): https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/klimaschutz/klimawandel/strategie-zur-klimaanpassung/
Das Zentrum KlimaAnpassung informiert und vernetzt: https://zentrum-klimaanpassung.de/
Zum Weiterlesen und Informieren Umweltbundesamt: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/klimafolgen-anpassung/anpassung-an-den-klimawandel-0
Bundeszentrale für politische Bildung: https://www.bpb.de/themen/klimawandel/dossier-klimawandel/516494/klimaanpassung-und-klimaschutz/
Klimawirkungs- und Risikoanalyse für Deutschland 2021: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/KWRA-Zusammenfassung